Es gibt diesen Ort meiner Kindheit nicht mehr, und das ist keine Gemeinschaft mehr, von der ich heute Teil sein will, warum also habe ich den unbedingten Wunsch, mich noch einmal dazuzusetzen?
Familienhistorische Recherche und Erinnerung verwebt Katherina Braschel zu einem zart erzählten Debütroman, der radikale Fragen stellt.
Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund*innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …
Residenz Verlag, 2026
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Das ist ein Schreiben mit Zweifel.
Ich würde gerne schreiben: Warten Sie nicht auf einen Spannungsbogen. Es geht nicht darum.
Auch das gehört in diesen Text.
Ein Ich, das dokumentiert: ihre individuelle und gesellschaftliche Position, ihre Umwelt, die Menschen an der Supermarkt-Kassa. Alltägliches wird protokolliert, kommentiert und auf das eigene Selbst zurückgeworfen. Zwischen Brotsackerln und Fun-Domains scheinen Lücken auf, wird das Festgehaltene hinterfragt.
„But how could it affect me?“, fragt ein zwölfjähriges Mädchen in der Straßenbahn.
Edition Mosaik, 2020
(2. Auflage 2020)
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„Damit der Faden nicht reißt“
Dreizehn Autorinnen schreiben über zwölf Feministinnen, Wegbereiterinnen, Kämpferinnen.
Sie brachten Frauenforschung an die Universitäten, machten Gewalt gegen Frauen öffentlich, erkämpften Frauenhäuser, deckten Frauendiskriminierung auf, entwickelten Gender-Studies. Sie erzählten die Geschichte der Frauen neu, drehten Filme, die mit Mythen aufräumten, belegten, dass es zu Patriarchat und Kapitalismus Alternativen gibt. Sie schrieben die ersten Frauenberichte. Sie wiesen nach, dass die Ökonomie auf einem Auge blind ist und die unbezahlte Arbeit der Frauen fürs Alltagsleben beharrlich ignoriert.
Heute sind sie 75+ und kämpfen immer noch. Jede von ihnen wurde in ihrem Bereich Wegbereiterin. Dreizehn Autorinnen schreiben über sie und spinnen den Faden weiter. Damit das, was begonnen wurde, weitergetragen, weitererzählt, weitergeführt wird.
Autorinnen: Theresa Lechner, Katharina Krawagna-Pfeifer, Mira Turba, Andrea Woyke, Isabella Langer, Gudrun Seidenauer, Nicole Schaffer, Maria-Amancay Jenny, Sissi Banos, Katherina Braschel, Gabi Reinstadler
Mit Portraits von Elisabeth Stiefel, Maria Mies, Frigga Haug, Marlies Hesse, Susanne Feigl, Christina von Braun, Ute Remus, Irene Stoehr, Erica Fischer, Helma Sick, Christina Thürmer-Rohr, Heide Göttner-Abendroth.
Mandelbaum Verlag, 2021
(Hg*innen.: Birgit Buchinger, Renate Böhm, Ela Groszmann)
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Weitere Veröffentlichungen von Prosa finden sich in diversen Literaturzeitschriften, Anthologien und dem Rundfunk.
Außerdem verfasse ich immer wieder Artikel, Kommentare und Rezensionen.
In jeder zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift & Radieschen verfasse ich meine Kolumne „querstrich“, in der ich mich literarisch mit politischen Themen auseinander setze, zuletzt etwa mit der anhaltend hohen Zahl an Femiziden in Österreich (Ausgabe 68).